Gedenken an die Opfer des Euthanasieprogramms „Aktion T4“

Die Gruppe beim Besuch des Jüdischen Friedhofs (Foto: Harald Benz)

Circa 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten am Tag der Deutschen Einheit der Einladung der SPD Erfelden, an ihrem diesjährigen Ausflug teilzunehmen. Heuer ging es für die Sozialdemokraten nach Frankfurt am Main. Erste Station der vom Riedstädter Fraktionsgeschäftsführer Thomas Caster organisierten Exkursion war das „reisende Denkmal der Grauen Busse“, das noch bis Mai 2018 auf dem Rathenauplatz aufgebaut ist. Die Mainmetropole ist der mittlerweile 20. Standort des mobilen Mahnmals zur Erinnerung an den organisierten Massenmord der Nationalsozialisten an psychisch kranken und geistig behinderten Menschen.

Der Erfelder Ulf Kluck beschrieb in einem kurzen Vortrag den Euthanasieerlass aus dem Jahr 1939, dem in den folgenden Jahren mehr als 70.000 Menschen zum Opfer gefallen sind. Die Genossen gedachten der 596 Schicksale, die im Rahmen der „Aktion T4“ aus dem Philippshospital abtransportiert und ermordet wurden.

Als Nächstes stand ein Besuch des Museums Judengasse auf dem Programm. Barbara Rubert, Fachkraft im Bereich Museen und Kulturstätten in Frankfurt, gab den Genossen im Rahmen einer exklusiven Führung ausführliche Einblicke in das Alltagsleben in der Judengasse. Im Jahr 1460 errichtet, war sie das erste jüdische Ghetto in Europa.

Nach einem anschließenden Rundgang über den benachbarten alten jüdischen Friedhof sowie einem Innehalten an der „Gedenkstätte Neuer Börneplatz“, die an die im Holocaust vernichtete jüdische Gemeinde Frankfurts erinnert, ließ man den Ausflug in einem gutbürgerlichen Restaurant in der Innenstadt ausklingen.