„Zuhause sein am Lebensende“

v.l.: Stadtverbandsvorsitzende Regina Plettrichs, Spitzenkandidat der SPD für die Kommunalwahl Andreas Hirsch, Gabriela Enderich vom Verein Hospizgruppe Riedstadt und Dr. Harald Braun vom Palliative-Care-Team des Leuchtturms Groß-Gerau

„Zuhause sein am Lebensende“ – unter diesem Titel hatte die SPD Riedstadt zu einer Informationsveranstaltung in das Rathaus Crumstadt eingeladen. Erster Stadtrat Andreas Hirsch konnte in seiner Funktion als Spitzenkandidat der SPD für die Kommunalwahl am 06.03.2016 auf dem Podium Gabriela Enderich von der Hospizgruppe Riedstadt e. V. und Dr. Harald Braun vom Palliative-Care-Team des Leuchtturms Groß-Gerau begrüßen.

Zum Einstieg erläuterte Dr. Braun den rund 25 interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern den Begriff der Palliativmedizin. Dabei handelt es sich um eine Schmerztherapie für schwerkranke Menschen. Das Team vom Leuchtturm Groß-Gerau kümmert sich aber nicht nur um den körperlichen Schmerz, sondern auch um den seelischen, spirituellen und sozialen Schmerz. Sein Team hat im letzten Jahr 600 bis 650 Menschen betreut. Die Leistungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen und mittlerweile auch von den meisten privaten Krankenversicherungen. Voraussetzung ist allerdings eine Verordnung vom Hausarzt oder von einer Klinik.
Er weist abschließend darauf hin, dass die Palliativmedizin nur lindern, nicht lösen kann. Deshalb gibt es auch eine enge Schnittstelle zum Hospizverein.

Gabriela Enderich informierte im Anschluss über die Arbeit des Vereins Hospizgruppe Ried, die sich nicht nur an Schmerzpatienten, sondern an Sterbende an sich richtet. Im Mittelpunkt steht die Begleitung der Sterbenden zuhause in ihrem eigenen Umfeld. Der Verein wurde vor 16 Jahren für Riedstadt gegründet, deckt aber mittlerweile ein weitaus größeres Gebiet im Kreis Groß-Gerau bis nach Worfelden ab. Im Jahr 2015 gab es rund 140 Sterbebegleitungen. Jeder hat Anspruch auf eine Hospizbetreuung, der Zeitpunkt der Inanspruchnahme ist dabei ganz individuell. Der Verein finanziert sich ausschließlich über Fördermittel der Krankenkassen und über Spenden.
Andreas Hirsch wies darauf hin, dass die Stadt Riedstadt Mitglied im Hospizverein ist und dadurch die Arbeit des Vereins unterstützt.

Im Anschluss konnten viele Fragen aus dem Plenum beantwortet werden. Deutlich wurde die wirtschaftliche Notwendigkeit der Palliativmedizin und der Hospizarbeit. Dabei muss die Integration in bestehende Strukturen, wie Alten- und Pflegeheime und Kliniken, vorangetrieben werden. Die Politik wird sich zukünftig noch stärker mit diesen Themen beschäftigen müssen.

Zu den in diesem Zusammenhang aufgekommenen Fragen zur Vorsorgeverfügung wies Andreas Hirsch auf eine weitere Veranstaltung der SPD Riedstadt am Donnerstag, 25.02.2016, 19.00 Uhr in den Räumen der Stiftung Soziale Gemeinschaft Riedstadt hin. Dort wird Stefanie Steinfeld Informationen rund um die Patientenverfügung geben.

Gabriela Enderich zitierte zum Abschluss des Abends aus einem Gedicht von Rainer Maria Rilke: „Wenn jemand stirbt, das nicht allein ist Tod. Tod ist, wenn einer lebt und es nicht weiß.“