Es geht um Menschen

Der Kreis Groß-Gerau wurde am Nachmittag des 29. Oktober vom Land Hessen beauftragt, bis zum 1. November weitere Notaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge einzurichten.

Aus diesem Grund werden in einer Industriehalle in Riedstadt-Goddelau,
Stahlbaustraße 56 auf dem Gelände der Firma Allkran Hellmich bis zu 500 Menschen untergebracht. Von dort aus werden sie schnellstmöglich auf die Erstaufnahmeeinrichtungen im Land verteilt.

Wir wissen, dass diese Nachricht für eine gewisse Unruhe in der Bevölkerung unserer Stadt geführt hat und noch führt. Diese Presseerklärung soll dazu beitragen, sie zu informieren um aufkommende Gerüchte, die auch Ängste und Befürchtungen hervorrufen, einzudämmen.

Halten wir uns vor Augen: Diese Menschen kommen zu uns, weil die Situation in ihren Heimatländern wegen kriegerischer Auseinandersetzungen, Gewalt und Zerstörung für sie lebensbedrohlich ist. Deshalb ist es unsere humanitäre Pflicht zu helfen, so gut wir können. Jetzt kommt es darauf an zu beweisen, dass Riedstadt mit dieser Herausforderung fertig wird. In vielen Vereinen und dem Freundeskreis Flüchtlinge Riedstadt kommen Riedstädterinnen und Riedstädter zusammen um die Menschen zu unterstützen. Dafür schulden wir aufrichtigen Dank!

Auch wenn die 500 Flüchtlinge in Goddelau nur vorübergehend untergebracht sein werden, das Thema „Flüchtlinge“ wird noch geraume Zeit das Leben in unserem Land und unserer Stadt begleiten. Riedstadt steht wie jede andere Stadt in Deutschland für längere Zeit vor der Pflicht, aus ihrer Heimat vertriebene
Menschen aufzunehmen und ihnen ein Leben in Sicherheit zu gewährleisten solange ihnen dies in ihren Ländern nicht möglich ist.

Wir Sozialdemokraten in Riedstadt stehen an der Seite der Benachteiligten und Schwachen und machen Mitgefühl und Solidarität nicht von der Herkunft oder der Religion der Betroffenen abhängig. Wer dies tut, verlässt nicht nur humanitäre oder christliche Fundamente, die über Jahrhunderte in Europa gewachsen sind. Er denkt und handelt auch geschichtslos, weil gerade wir Deutschen in unserer Geschichte allzu oft erfahren mussten, was geschieht, wenn wir uns von diesen Fundamenten entfernen.

Allerdings darf auch Solidarität keine Einbahnstraße werden. Deshalb wollen wir den Menschen, die zu uns kommen, klar sagen, wir haben auch Erwartungen an Euch. Wer hier leben will, muss die Werte unserer Verfassung respektieren.

Wenn wir miteinander beharrlich menschlich und zielgerichtet handeln, werden wir die uns gestellten Aufgabe, Menschen aus einem fremden Kulturkreis zeitlich befristet oder für längere Zeit in unsere Stadt zu integrieren bewältigen. Jeder einzelne kann helfen, denn jede Hilfe ist willkommen. Die Flüchtlinge, benötigen dringend warme Kleidung in den Größen S und M und Schuhe Größe 39-42. Die Kleider- und Schuhspenden können in der DRK Kleiderkammer Neugasse 36 in Erfelden abgegeben werden. Außerhalb der Öffnungszeiten stehen vor Ort auch zwei Container zur Abgabe von Spenden zur Verfügung.