Pakt für den Nachmittag

Rund 50 interessierte Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung der SPD Riedstadt und diskutierten mit den anwesenden Kommunalpolitikern über die aktuelle Situation der Schulkindbetreuung.

Landtagsabgeordnete Kerstin Geis aus Bischofsheim, deren Schwerpunkt die hessische Bildungspolitik ist, und Landrat Thomas Will erläuterten die Schwierigkeiten bei der Umsetzung des sog. „Pakt für den Nachmittag“, mit dem das Land und die Schulträger im Rahmen eines Kooperationsmodells Bildungs- und Betreuungsangebote an fünf Tagen der Woche von 7.30 bis 17.00 Uhr sicherstellen möchte. Für die Zeit von 14.30 bis 17.00 Uhr ist jedoch die jeweilige Kommune verantwortlich. Da es sich hier um eine freiwillige Leistung handelt, würden die Kosten am Ende auf die Eltern umgelegt werden.

Der Landtagsabgeordnete und Wolfskehler Ortsvereinsvorsitzende Gerald Kummer forderte erneut, dass Bildung grundsätzlich kostenfrei sein muss, erst recht in einem reichen Land wie der Bundesrepublik. Die Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Rita Schmiele, unterstützte dies und mahnte entsprechende Reformbestrebungen in Bund und Land an.

Auch Landrat Will kritisierte das Landesprogramm als unterfinanziert und wies darauf hin, dass noch völlig unklar ist, wie die beschlossene flächendeckende Umsetzung erfolgen soll.

Aus den Reihen der anwesenden Eltern kam der dringliche Appell an die Politiker, nach Lösungen zu suchen. „Es ist nicht nachvollziehbar, wenn sich die verschiedenen Ebenen gegenseitig Schuld zuweisen, anstatt sich gemeinsam dem Problem anzunehmen“, so ein besorgter Vater.

Der Fraktionsvorsitzende in der Riedstädter Stadtverordnetenversammlung, Matthias Thurn, wies darauf hin, dass es in Riedstadt bereits einen runden Tisch mit Kreis, Stadt und Politik sowie den Schul- und Hortleitungen, den Leiterinnen der Schulkindbetreuung und den Elternbeiräten gibt, der die aktuellen Betreuungsengpässe in Riedstadt thematisieren und Lösungsmöglichkeiten aufzeigen soll.
Der Magistrat ist darüber hinaus aufgefordert, ein neues "Hortkonzept" auf der Basis der Ergebnisse des „Runden Tisches“ rechtzeitig für die praktische Umsetzung im Schuljahr 2017/18 vorzulegen.

Die Vorsitzende der SPD Riedstadt, Regina Plettrichs, bedauerte, den Eltern keine schnelle Lösung anbieten zu können. Sie sicherte aber zu, dass die Sicherstellung der Schulkindbetreuung für die SPD vor Ort auch weiterhin hohe Priorität hat.

Mit einem Dank an Kerstin Geis und Thomas Will für ihre Ausführungen schloss sie nach gut zwei Stunden die Versammlung.