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Riedstadt-Goddelau, 21. Oktober 2019

"Staatsform muss durchsichtiges Gewand sein"

Gerald Kummer hält Festrede beim Jubiläum 100 Jahre SPD Goddelau
Gäste feiern gemeinsam mit der SPD Goddelau Foto und Text. Harald von Haza-Radlitz
"Ein besonderes Jahr für die Demokratie war das Jahr 1919“, betonte Festredner Gerald Kummer (MdL) zu Beginn seiner Ausführungen beim Festakt zum 100-jährigen Bestehen des SPD Ortsvereins in Goddelau. Die Weimarer Republik wurde gegründet, das Frauenwahlrecht verabschiedet und der Ortsverein der SPD in Georg-Büchners Geburtsort wurde aus der Taufe gehoben. Die Menschen an der Basis waren der Erfolg der SPD. Dass die Situation der SPD zurzeit recht trübe aussehen würde, liege nicht an den wahlkämpfenden Mitgliedern der Goddelauer, Riedstädter oder der Kreis-SPD.

Als Grund dafür sieht Kummer, dass hier eindeutig die Kompromiss-Politik und das selbst klein machen der Bundes SPD in der großen Koalition, das zum Verlust des Vertrauens der Bürgerinnen und Bürger die Hauptschuld trage. Man lebe den vorweggenommenen Kompromiss und vermarkte nicht nur „halbgare“, sondern „rohe“ Lösungen, so Kummer.

„Das liebe Genossinnen und Genossen kann nicht gut gehen!“ Die medial so hochgelobte Klimakanzlerin Angela Merkel führe diese Bezeichnung nach dem letzten Klimagipfel durch ihre Nicht Haltung ad absurdum. Das Ergebnis sei ein Schlag ins Gesicht der Menschen, die zeitgleich zu den Verhandlungen des Klimakabinetts auf den Straßen in Hessen, Deutschland, Europa und der Welt unter dem gemeinsamen ,,Fridays for future“-Motto für mehr Entschiedenheit beim Kampf gegen den Klimawandel und mehr Übernahme von Verantwortung durch die große Politik zur Eindämmung der Erderwärmung demonstriert haben. Warum solle man nicht das Schweizer Modell in Deutschland übernehmen, wo der Verbrauch belastet werde und das Geld wieder Eins zu Eins an diejenigen zurückgeht, die kleine Autos fahren und die Umwelt weniger belasten als große SUV. „Warum nicht auch Energiegenossenschaften und bürgergenossenschaftliche Modelle stärken, die Windkraft und Photovoltaik ausbauen, statt sie durch raumpolitische Ordnungsmaßnahmen wie den Landesentwicklungsplan bekämpfen, warum nicht eine Kerosinsteuer für Luftverkehrsgesellschaften der Automobil-, Luftverkehrs-, Agrar- und Energielobby endlich auf die Füße treten“, so führte Kummer weiter aus. Wolle man diesen Planeten retten, dürfe man nicht auf andere warten. „Wir müssen diese dicken Bretter bohren und den ewig Gestrigen und des hochdogmatischen Festhaltens an der schwarzen Null eine Absage erteilen.“ Aber nur mit Menschen, die authentisch bleiben, den Menschen in die Augen sehen, mit ehrlichen Absichten deren Bedürfnisse erfragen, darüber diskutieren und ihr politisches Handeln danach orientieren und nicht stumpf den Menschen nach dem Mund reden, sei dies möglich, so der Festredner. Georg Büchner habe es in Dantons Tod so beschrieben:
,,Die Staatsform muss ein durchsichtiges Gewand sein, das sich dicht an den Leib des Volkes schmiegt.“ Im übertragenen Sinne gelte dies auch für die Arbeit der SPD nicht nur für Hessen, sondern für den Bund. „Die Entwicklung der letzten 100 Jahre bis heute zeigt, dass auch im Jahr 2019 Gültigkeit hat, was im Jahr 1919 für Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten galt: die klare, wahrnehmbare, authentische, menschenzugewandte Haltung ist entscheidend und bringt unsere Gesellschaft voran. Nur durch sie konnte die SPD in ihrer Geschichte und wird sie auch in Zukunft wieder Erfolg haben.“

Zuvor hatte der Ortsvereinsvorsitzende Albrecht Ecker die zahlreichen Gäste im Saal der Gaststätte „Dalmatia“ begrüßt und den zwei neuen Mitgliedern des Ortsvereins Aaron Lang und Tom Friedrich ihre roten Parteibücher übergeben.

Musikalisch umrahmt wurde der Festakt von der Fabelhaften Büchnerbande.



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